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	<title>Bülent Gündüz, Autor bei fill in FESTIVAL</title>
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	<description>International Jazz Festival Saar</description>
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	<title>Bülent Gündüz, Autor bei fill in FESTIVAL</title>
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		<title>Ein Hurra mit Hindernissen &#8211; fill in verlegt!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jun 2024 14:14:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Nachricht verbreitete sich am Dienstagabend wie ein Lauffeuer über Social Media: fill in wird nicht wie geplant im Deutsch-Französischen Garten als Open-Air-Festival stattfinden, sondern in das E-Werk verlegt. Der Grund dafür ist so simpel wie unglaublich: Unsere Wiese in der Südmulde ist zu nass. Es wäre unmöglich gewesen, am Dienstag vor dem Festival mit ... <a title="Ein Hurra mit Hindernissen &#8211; fill in verlegt!" class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/ein-hurra-mit-hindernissen/" aria-label="Mehr zu Ein Hurra mit Hindernissen &#8211; fill in verlegt!" data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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<p>Die Nachricht verbreitete sich am Dienstagabend wie ein Lauffeuer über Social Media: <em>fill in</em> wird nicht wie geplant im Deutsch-Französischen Garten als Open-Air-Festival stattfinden, sondern in das E-Werk verlegt. Der Grund dafür ist so simpel wie unglaublich: Unsere Wiese in der Südmulde ist zu nass. Es wäre unmöglich gewesen, am Dienstag vor dem Festival mit dem Bühnenaufbau zu beginnen, weil die tonnenschwere Bühne mehrere Zentimeter abgesackt wäre. Damit wäre die Bühne nicht mehr standsicher und die Sicherheit der Künstler:innen, des Bühnenpersonals und der Besucher:innen wäre nicht mehr zu gewährleisten. Und ja, die Wiese sieht toll und auch trocken aus, aber sie ist es nicht.</p>



<p>In einem Sitzungs- und Beratungsmarathon von mehreren Stunden haben wir alles probiert und haben mit Veranstaltungs- und Bühnentechnikern beraten, was wir machen können. Insbesondere haben wir versucht, im DFG eine Ersatzwiese zu finden. Das war nicht möglich, weil die anderen Wiesen entweder genauso nass waren oder zu klein, sodass die Bühne dort nicht gepasst hätte. Ein Abtrocknen wäre in kürzester Zeit auch nicht möglich, denn unter der Bühne hätten Stahlplatten liegen müssen, die ein Abtrocknen verhindert hätten. So mussten wir wirklich schweren Herzens am Montagabend den Entschluss fassen, in das E-Werk zu ziehen, dass uns unser Partner GIU zur Verfügung stellen konnte.   </p>



<p>Auch die Anfangszeiten der Konzerte mussten verlegt werden, da die komplexe Logistik der Künstler:innen einen früheren Beginn kaum möglich macht. Untergebracht sind die Künstler im Victor&#8217;s Residenz-Hotel am DFG, sie müssen aber mehrfach durch die Stadt zum E-Werk. Außerdem steht zu befürchten, dass einige Besucher:innen doch im DFG landen, wo sie von Helfern Hinweise zur Verlegung bekommen. Auch sie sollen rechtzeitig zum Konzertbeginn im E-Werk auf den Saarterrassen sein können.</p>



<p>Ein Open-Air-Festival zu stemmen, bedeutet in Zeiten des Klimawandels immer auch, dass man mit solchen Verlegungen aufgrund der Witterungsbedingungen rechnen muss. Wir haben uns die Entscheidung alles andere als leicht gemacht, es blieb uns aber keine andere Wahl. Seit heute morgen arbeiten wir im E-Werk und es ist wirklich ein schöner Ort für gute Musik. Wir werden versuchen, euch ein wunderbares Festivalflair zu zaubern, damit ihr den DFG nicht allzu sehr vermisst. Hurra, es ist trotzdem Festival! Und für alle Frischluftfanatiker empfehlen wir das Wochenende vom 9. bis zum 11. August 2024, da sind wir mit Weltklassejazz auf der Vaubaninsel in Saarlouis. </p>
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		<title>Üppiger Bläsersound trifft auf einzigartige Stimme</title>
		<link>https://2024.fillin-festival.de/ueppiger-blaesersound-trifft-auf-einzigartige-stimme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 14:39:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es wird ein Gigantentreffen und einer der Höhepunkte des Festivals. Am Sonntagabend werden das Brussels Jaz Orchestra und die französische Jazzsängerin Camille Bertault gemeinsam Chansons von Serge Gainsbourg interpretieren.&#160; Das Brussels Jazz Orchestra (BJO) lädt immer wieder Solokünstler ein, mit ihm gemeinsam zu musizieren. Gegründet wurde es 1993 von Frnak Vaganée, der es bis heute ... <a title="Üppiger Bläsersound trifft auf einzigartige Stimme" class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/ueppiger-blaesersound-trifft-auf-einzigartige-stimme/" aria-label="Mehr zu Üppiger Bläsersound trifft auf einzigartige Stimme" data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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<p>Es wird ein Gigantentreffen und einer der Höhepunkte des Festivals. Am Sonntagabend werden das Brussels Jaz Orchestra und die französische Jazzsängerin Camille Bertault gemeinsam Chansons von Serge Gainsbourg interpretieren.&nbsp;</p>



<p>Das Brussels Jazz Orchestra (BJO) lädt immer wieder Solokünstler ein, mit ihm gemeinsam zu musizieren. Gegründet wurde es 1993 von Frnak Vaganée, der es bis heute leitet, und Serge Plume, Marc Godfroid und Bo van der Werf. Jazzorchester klingt immer ein bisschen nach Swing-Bigband. Da rümpfen viele Jazzfans eher die Nase. Warum, weiß ich auch nicht so genau, vielleicht liegt es daran, dass der Swing die erste Mainstream-Stilrichtung des Jazz war und noch dazu kommerziell erfolgreich. Oder aber, dass mit dem Swing der Jazz „weiß“ wurde. Zwar wurde auch diese Jazzrichtung von Afroamerikanern erfunden, doch es waren vor allem Weiße, die ihn spielten. Auch das mag eine Rolle spielen, dass der Swing bis heute unter Jazzfans eher eine untergeordnete Rolle spielt. Man stellt sich dann immer die Salons der 1920er Jahre in Berlin vor, wo die finanzielle und künstlerische Elite des Landes in ausschweifenden Partys gegen den Untergang antanzt.</p>



<p>Davon ist das BJO allerdings weit entfernt.&nbsp;&nbsp;Das Orchester lädt sich immer wieder Gaststars ein, mit denen es eigenen Kompositionen oder arrangierte Songs von anderen Künstler:innen spielt. Das führt zu großer Vielfalt und einem tollen Mix aus dem voluminösen Sound einer Jazz-Bigband mit üppigem Bläserensemble und den Einflüssen von Musik aus aller Welt. Mit David Linx nahm man ein Brel-Album auf, mit der südafrikanischen Sängerin Tutu Puoane gleich zwei Alben und „Smooth Shake“ mit Bert Joris ist einfach ein tolles Album, weil Smooth Jazz hier nicht zur Fahrstuhlmusik verkommt. Eine meiner Lieblingsplatten des BJO ist „Ten Years Ago“ mit Star-Akkordeonist Richard Gaillano.&nbsp;</p>



<p>Ich bin aber nicht sicher, ob es meine Lieblingsplatte bleibt, denn nun hat das BJO ein Album mit Camille Bertault aufgenommen. Gewidmet ist es den Songs von Serge Gainsbourg. Mit der Französin hat man eine Jazzvokalistin ausgewählt, die in Frankreich ein aufstrebender Star ist und dort hochgehandelt wird. Kein Wunder, denn ihre Stimme ist grandios, ihre Alben durchweg ein Ohrenschmaus. Das Jazzmagazin Downbeat lobt sie als „intelligente Stimmgymnastin“ und das trifft es ziemlich gut, weil Bertault mit ihrer Stimme nichts mühsam erscheint, ihre Phrasierung ist so sinnlich und perfekt, dass man sich sofort in ihre Stimme verliebt.&nbsp;</p>



<p>Nichtsdestotrotz ist es ein Experiment und ein Wagnis, sich an Gainsbourg zu trauen, den Nationalheiligen des Chansons in Frankreich. Kann es gut gehen, wenn eine fröhliche und selbstbewusste junge Frau den Weltschmerz und die Selbstzweifel von Gainsbourg interpretiert? Um es vorwegzunehmen: die musikalischen Arrangements der Orchestermitglieder sind großartig umgesetzt und hier zeigt sich die ganze Klasse der Bigband.&nbsp;</p>



<p>Zurück zu Camille Bertault. Sie entpuppt sich als perfekte Besetzung für den Gesangspart, weil sie so viel Liebe in die Interpretation der Songs legt und ihre Stimme einfach perfekt passt. Mal lasziv hauchend, dann wieder aggressiv fordernd, dann heiter oder melancholisch, stolpert sie hastig vorwärts, hält inne und schlägt gesangliche Kapriolen. Sie setzt die Texte emotional einfach genial um. Und so sing sie Evergreens wie „Couleur Café“ und „La Javanaise“, aber auch unbekanntere Stücke wie Elisa aus Jacques Rouffios erstem Film „Der Horizont“ (L’horizon) aus dem Jahr 1967. Gerade dieses Stück ist so brillant umgesetzt, dass es das Original übertrifft.</p>



<p>So macht es Spaß, zu „Le Poinçoneur des Lilas“ mitzupfeifen, zu „Je suis venu te dire que je m&#8217;en vai“ zu wippen oder bei „La javanaise“ mitzusingen, wenn Bertault haucht: <em>Ne vous déplaise/En dansant la Javanaise/Nous nous aimions/Le temps d&#8217;une/Chanson</em>/… Ich bin sicher, die Liebe zur Musik des Brussels Jazz Orchestra und Camille Bertault dauert länger als ein Lied!</p>
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		<title>Frech, jung, selbstbewusst </title>
		<link>https://2024.fillin-festival.de/frech-jung-selbstbewusst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2024 13:06:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es klingt ein bisschen wie ein modernes Influencer-Märchen. Die junge Jazz-Schlagzeugerin sieht ein Video eines Freundes, der eine Aufnahme von Kontrabassist und Jazzlegende Avishai Cohen mit seinem Pianospiel unterlegte. Ihr gefiel die Idee,&#160;sie nahm eine Session mit ihrem Schlagzeug auf, postete das Video auf Instagram und schickte es Cohen.&#160;Und der war begeistert! Er rief Kaspi ... <a title="Frech, jung, selbstbewusst " class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/frech-jung-selbstbewusst/" aria-label="Mehr zu Frech, jung, selbstbewusst " data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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<p>Es klingt ein bisschen wie ein modernes Influencer-Märchen. Die junge Jazz-Schlagzeugerin sieht ein Video eines Freundes, der eine Aufnahme von Kontrabassist und Jazzlegende Avishai Cohen mit seinem Pianospiel unterlegte. Ihr gefiel die Idee,&nbsp;sie nahm eine Session mit ihrem Schlagzeug auf, postete das Video auf Instagram und schickte es Cohen.&nbsp;Und der war begeistert! Er rief Kaspi an und bat sie zu einer Session in sein Studio. Die Zwei hatten offensichtlich Spaß, denn danach fragte Cohen, ob sie bei der Aufnahme seines neuen Albums dabei sein möge und nach dem ersten Konzert fragte der Bassist, ob sie seine Schlagzeugerin werden wolle. Kaspi sagte begeistert zu.</p>



<p>Die Karriere der jungen Israelin begann im Alter von sieben Jahren, als sie im Musikzimmer ihrer Schule das Schlagzeug entdeckte und darauf herumtrommelte. Ihre musikverliebten Eltern freuten sich über das geweckte Interesse der Tochter und finanzierten ihr Schlagzeugunterricht.</p>



<p>Zum Jazz kam sie eher zufällig. Sie besuchte die „Thelma Yellin Arts High School“ in ihrer Heimatstadt und musste sich irgendwann entscheiden, ob sie den Klassik- oder den Jazz-Zweig absolvieren wollen würde. Anschließend absolvierte sie ein Studium an der renommierten Berklee College of Music in Boston.</p>



<p>Nun spielt Kaspi seit drei Jahren bei Avishai Cohen, verfolgt seit einigen Monaten aber auch ein eigenes Projekt. Das erste Resultat war die Singe „Why does“ aus dem vergangenen Jahr, inzwischen hat sie auch die EP „Poni“ veröffentlicht.</p>



<p>Kaspis Musik ist deutlich beeinflusst von der jungen Generation in Israel und den kulturellen Einflüssen dort, das spiegeln nicht nur die Themen ihrer Songs, sondern auch die Musik selbst. Pop, Fusion, Elektro, Hiphop, Jazz – Kaspi bedienst sich frei und ungezwungen in den Genres und kreiert einen eigenen Sound.</p>



<p>„Frech, jung, selbstbewusst“ könnte man ihre Texte umschrieben.Die Themen sind vielfältig, es geht um Identität, Geschlecht, Beziehung und Gefühle, verwoben mit Beats und elektrischen Vibes. Richtig gut wird es, wenn Kaspi live spielt, weil die Drum-Computer-Effekte dem Original weichen und das Schlagzeugset unter Kaspi zum emotionalen Ausdruck der besungenen Gefühle wird. Ihr Spiel zeichnet sich durch hohen Facettenreichtum aus, moderne Beats treffen auf die Komplexität von Jazz, Kaspis Spielfreude mündet in zahlreichen Improvisationen. Gerade live ist das ein Hochgenuss!</p>
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		<title>Ein unvergesslicher Abend</title>
		<link>https://2024.fillin-festival.de/ein-traumhafter-abend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jun 2024 17:02:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Alfredo Rodríguez]]></category>
		<category><![CDATA[fill in Festival]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Ich habe Alfredo Rodríguez vor einigen Jahren eher zufällig entdeckt. Immer mal wollte ich zum Jazzfestival im französischen Junas, weil ich viel Gutes gehört hatte. Mitte Juli 2017 war ich in der Region, hatte eher zufällig einen Tag Zeit und wollte unbedingt eines der Konzerte besuchen.  Das Festival ist nicht groß, hat aber jedes ... <a title="Ein unvergesslicher Abend" class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/ein-traumhafter-abend/" aria-label="Mehr zu Ein unvergesslicher Abend" data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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<p>&nbsp;</p>



<p>Ich habe Alfredo Rodríguez vor einigen Jahren eher zufällig entdeckt. Immer mal wollte ich zum Jazzfestival im französischen Junas, weil ich viel Gutes gehört hatte. Mitte Juli 2017 war ich in der Region, hatte eher zufällig einen Tag Zeit und wollte unbedingt eines der Konzerte besuchen. </p>



<p>Das Festival ist nicht groß, hat aber jedes Jahr ein tolles Line-Up und ein ganz besonderes Flair, weil die Abendkonzerte bei Sonnenuntergang in einem Steinbruch stattfinden. Ich hatte von Rodríguez schon gehört, hatte ihn aber nicht auf dem Schirm. Pianist? Kubaner? Klang alles gut und die YouTube-Videos machten Lust auf mehr.&nbsp;</p>



<p>Der Abend begann sanft. Während des Sonnenuntergangs eröffnete Rodríguez am Flügel mit einem verträumt-ruhigen Sequenz – passend zur Abendstimmung. Ich war sofort gefangen genommen von der Intensität des Spiels und der Spielfreude, die Rodríguez zeigte. Er schien allein zu sein und wir als Publikum durften ihm beim Jammen durchs Schlüsselloch zuschauen.</p>



<p>Nach rund zwei Minuten hielt der Pianist eine Sekunde inne und vollzog dann einen Tempowechsel, dass einem der Atem stockte. Der Kontrabass (Reinier Elizarde) setzte ein, dann das Schlagzeug (ich glaube, es war Michael Olivera) und Rodriguez drosch förmlich auf das Klavier ein und schwenkte auf einen heißen afrokubanischen Sound um. Die drei Musiker hatten auf der Bühne richtig Spaß und das Publikum war sofort hingerissen. Es war ein traumhafter Abend mit drei grandiosen Musikern.</p>



<p>Rodríguez‘ Biografie beginnt meist mit dem Jazz Festival in Montreux. Im Jahr 2006 nahm er dort am Wettbewerb teil, wo Quincy Jones au f ihn aufmerksam wurde. Seine Karriere begann aber schon viel früher und sein Talent wurde ihm in die Wiege gelegt. Der Vater war Sänger und Komponist, Rodríguez studierte klassisches Klavier an Konservatorien in Havanna, die alle einen ausgezeichneten Ruf haben. In dieser Zeit wurde auch sein Interesse am Jazz geweckt.&nbsp;</p>



<p>Die „Entdeckung“ von Jones machte für den jungen Künstler vieles leichter, denn Jones produzierte die ersten Alben von Rodríguez. Schon mit „Sounds of Space“ machte der Pianist klar, welches Talent in ihm steckte. Erstaunlich reif ist das Werk. Mit scheinbarer Leichtigkeit mischte Rodríguez komplexe Rhythmen von Jazz und Klassik mit Einflüssen seiner Heimat und Lateinamerikas. Dabei ist er sehr einfallsreich und stilistisch vielfältig. Heiter-beschwingt, nachdenklich-melancholisch, leise und ganz laut. Auf jeder Platte ist ein Lied jazzig „gecovert“, ein Popsong wie „Thriller“, ein kubanisches Volkslied wie „Ay Mama Ines“ oder ein Jazzstandard wie „Bésame mucho“.</p>



<p>In seinem neuen Album „Coral Way“ erfindet sich der Kubaner nicht neu, es ist eine behutsame Weiterentwicklung seines Stils. Da ist das heitere „Coral Way“, das von Rodríguez‘ Spiel auf dem Synthesizer lebt, dann etwa „Fidju du Lua“, mit der fabelhaften Alana&nbsp;<a href="https://www.facebook.com/AlanaSinkeyOficial/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="nofollow external noopener noreferrer">Sinkëy</a>, das Bilder von Kuba wachruft, oder das verträumte „Distant Memories“. Und Rodríguez bleibt seiner Idee treu: er nimmt „Für Elise“ von Beethoven in einer jazzigen Version auf, die zum Mitschnippen einlädt. Das funktioniert sogar!&nbsp;</p>



<p>Alfredo Rodríguez wird bei fill in am Samstag, 29. Juni 2024 um 20 Uhr auftreten und es wird ein toller Sommerabend – da bin ich sicher!&nbsp;&nbsp;</p>
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		<title>Traumhaft schöne Songs</title>
		<link>https://2024.fillin-festival.de/traumhaft-schoene-songs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jun 2024 11:33:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[fill in 2024]]></category>
		<category><![CDATA[fill in Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Vaughan]]></category>
		<category><![CDATA[Zara Mcfarlane]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Den Samstagabend des Festivalwochenendes eröffnet ein Shootingstar des europäischen Jazz. Ab 18 Uhr präsentiert Zara McFarlane ihr neues Album „Sweet Whispers: Celebrating Sarah Vaughan“ und ehrt damit eine der großen Jazzsängerinnen des 20. Jahrhunderts, die am 27. März 2024 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. McFarlane kam 1983 als Tochter jamaikanisch-stämmiger Eltern in London zur Welt. ... <a title="Traumhaft schöne Songs" class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/traumhaft-schoene-songs/" aria-label="Mehr zu Traumhaft schöne Songs" data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Den Samstagabend des Festivalwochenendes eröffnet ein Shootingstar des europäischen Jazz. Ab 18 Uhr präsentiert Zara McFarlane ihr neues Album „Sweet Whispers: Celebrating Sarah Vaughan“ und ehrt damit eine der großen Jazzsängerinnen des 20. Jahrhunderts, die am 27. März 2024 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte.</p>



<p>McFarlane kam 1983 als Tochter jamaikanisch-stämmiger Eltern in London zur Welt. Mit acht Jahren begann sie das Klavierspiel, im Alter von elf Jahren schrieb sie erste Songs und nahm an Wettbewerben teil. Sie ist eine Spätberufene, denn ihre Liebe zum Jazz entdeckte sie erst während ihre Master-Studienganges an der Guildhall School of Music and Drama. Sie arbeitete in der Folge mit Größen wie Denys Baptiste, Nicola Conte, Soweto Kinch und Gary Crosbys Jazz Jamaica. Ihre Debüt-EP nahm sie noch selbst auf und landete damit keinen großen Hit. </p>



<p>Doch sie traf auf Gilles Peterson, der ihr Talent erkannte und sie bei seinem Label „Brownswood“ unter Vertrag nahm. Mit ihm nahm sie ihr erstes Album „Until Tomorrow“ auf, das im Herbst 2011 erschien. Das Album vereint Jazz- und Soul-Songs, die ganz bestimmt werden von McFarlanes klarer und heller Stimme. Über Nacht schien McFarlane ihre Bestimmung gefunden zu haben und wurde zur Jazz-Vokalistin, die scheinbar mühelos jede noch so schwierige Passage, der nicht ganz einfachen Stücke, meistert.&nbsp;</p>



<p>Ihr zweites Album&nbsp;„<em>If You Knew Her“</em>&nbsp;wurde 2014 ebenfalls bei&nbsp;Brownswood&nbsp;veröffentlicht und erhielt den MOBO-Award&nbsp;als&nbsp;„bester Jazz-Act“. Neben im Modern Jazz angehauchten Jazz-Stücken sind erste jamaikanische Elemente vorhanden und fügen ihrem Repertoire eine neue Note hinzu. Mit „Arise“ im Jahr 2017 präsentierte sie ihr drittes Album, das afrokubanische Rhythmen aufnahm und sich ernsten Themen widmete. Ihr großes Glück: Petersen und Brownwood ließen sie ihren Weg gehen und mit Sounds experimentieren.&nbsp;</p>



<p>Mit dem Album „Songs of an unknown Tongue“ ging sie den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Afrikanische, jamaikanische und afrokubanische Elemente vereinnahmt sie in den Songs, die Themen sind aber ernster als in den ersten Alben. Es geht um Identität, um das britische Erbe des Kolonialismus, und darum, als schwarze Frau in einer von Weißen dominierten Gesellschaft zu leben. Es ist eine Abrechnung mit dem Empire, die aber nicht in Verbitterung endet, sondern Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht.  </p>



<p>Mit&nbsp;„Sweet Whispers: Celebrating Sarah Vaughan“ kehrt Zara McFarlane zum klassischen Jazz zurück.&nbsp;Sarah Vaughans Songs wurden etwas moderner arrangiert, der eingriff ist aber so zart, sodass man das Original sofort erkennt, aber der Staub vergangener Zeiten wie weggeblasen scheint.&nbsp;McFarlanes Stimme hat eine ganz andere Stimmfarbe als Vaughans, aber ihre klare Stimme passt einfach wunderbar zu den Songs und sie singt wirklich traumhaft schön, spielt mit ihrer Stimme und setzt sie wie ein Instrument ein. Es ist ein bisschen so, als sei die &#8222;gute alte Zeit“ wiederauferstanden. Produziert hat das Album Giacomo Smith (selbst Klarinettist und Leiter der legendären Kansas Smitty House Band) und das hört man auch…&nbsp;</p>



<p>McFarlane gelingt ein ganz eigenes Album, das nicht bloßer Abklatsch und auch kein Best of Vaughan ist. Die Sängerin hat die Songs gezielt aus den mehr als vierzig Jahren von Vaughans Schaffen ausgewählt. Es ist ein grandioses und ein sehr persönliches Album geworden und berührendes dazu. Das Konzert im DFG wird ein magischer Abend.</p>
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		<title>Virtuoser Jazzrock einer Legende</title>
		<link>https://2024.fillin-festival.de/virtuoser-jazzrock-einer-legende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 May 2024 11:19:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Billy Cobham]]></category>
		<category><![CDATA[fillin2024]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Billy Cobham begann seine Karriere als Musiker bei der US Army. Dort diente er in einer Musikband und spielte nebenher in den Clubs seiner Wahlheimat New York City.  Nach dem Ende des Militärdiensts engagierte ihn Jazzpianist Horace Silver, mit dem er 1968 eine Platte aufnahm. Im folgenden Jahr spielt er mit Miles Davis dessen legendäres Album ... <a title="Virtuoser Jazzrock einer Legende" class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/virtuoser-jazzrock-einer-legende/" aria-label="Mehr zu Virtuoser Jazzrock einer Legende" data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Billy Cobham begann seine Karriere als Musiker bei der US Army. Dort diente er in einer Musikband und spielte nebenher in den Clubs seiner Wahlheimat New York City.  Nach dem Ende des Militärdiensts engagierte ihn Jazzpianist Horace Silver, mit dem er 1968 eine Platte aufnahm. Im folgenden Jahr spielt er mit Miles Davis dessen legendäres Album „Bitches Brew“ ein, die als erste Fusion-Platte überhaupt gilt. </p>



<p>In offenen Studiosessions experimentierten die Musiker gemeinsam, spielen Funk- und Rockgrooves und kreierten einen düster-brodelnden Sound, der ganz neu und anders als alles Bisherige war. Hier lernte Cobham auch den Jazz- und Rockgitarristen John McLaughlin kennen, der Cobham 1971 für sein neu gegründetes Mahavishnu Orchestra engagierte, in dem auch Jerry Goodman (Violine), Jan Hammer (Keyboards) und Rick Laird (E-Bass) spielten.</p>



<p>Das Mahavishnu Orchestra wurde in den 1970er Jahren zu einem der Stil prägenden Projekt, das Jazzrock und Fusion maßgeblich beeinflusste. Die Gruppe spielte einen emotionsgeladenen Jazzrock, der auch Elemente spiritueller indischer Musik aufnahm und stark auch von Improvisation und Interaktion geprägt war. Fast scheint es so, als ob Jazz, Rock und Hippiemusik aufeinanderprallten und sich vereinten.</p>



<p>Es entstanden spannungsgeladene Klangteppiche, die sich stetig zu steigen scheinen, abflauen um nur noch gewaltiger zurückzukommen und ganz von der Interaktion der Musiker lebten. Cobhams einfühlsame Doublebass-Drum-Technik und seine explosive Virtuosität wurden wichtiger Gegenpart zu dem intellektuellen Gitarrenspiel McLaughlins. Trotz des großen Erfolges des ersten Albums „The Inner Mounting Flame“ hatte die Band keinen langen Bestand. Doch die Musik war in den 1970ern so populär, das sie selbst in Discos gespielt wurde.</p>



<p>Cobham hatte sich inzwischen einen Namen erspielt und wollte es als Bandleader probieren. Im Jahr 1973 unterzeichnete er einen Vertrag mit Atlantic Records und spielte mit „Spectrum“ seine erste Platte als Bandleader ein, die es auf Anhieb auf Platz 1 der Jazz-Charts in den Vereinigten Staaten schaffte. Es wurde eines der stilbildenden Alben des Genres. Der raue Jazzrock wird bestimmt von Cobhams lateinamerikanischen Rhythmen, die er in den folgenden Alben stets weiterentwickelte. Mit&nbsp;atemberaubender Schnelligkeit, virtuosen Breaks und kompositorischem Einfallsreichtum&nbsp;ersann Cobham einen ganz eigenen Stil. Kaum ein Jazzmusiker, der heute nicht angibt, von „Spectrum“ beeinflusst worden zu sei, den Sound von Songs wie „Stratus“ oder die Gitarrenriffs von „Red Baron“ nicht mitsummen kann.</p>



<p>Zum 40. Geburtstag von „Spectrum“ gründete der Drummer das „Spectrum 40 Project“, inzwischen ist es das „Spectrum 50 Project“ mit dem Cobham auch nach Saarbrücken kommt und das 50. Jubiläum des Albums feiert. Zudem ist Cobham in diesem Mai 80 Jahre alt geworden und erhält im Juli den German Jazz Trophy Award. Es gibt also genug zu feiern!&nbsp;</p>
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		<title>Martin Weinerts Nachwind Ensemble</title>
		<link>https://2024.fillin-festival.de/martin-weinerts-nachwind-ensemble/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 12:48:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[fillin2024]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Weinert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Martin Weinert hat die Region einen herausragenden Jazzmusiker, der in diesem Jahr das fill in – International Jazz Festival Saar eröffnet. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2020 waren er und seine Frau Susan nicht ohneeinander denkbar. Fast symbiotisch spielten die beiden vierzig Jahre gemeinsam Musik. Susan Weinert war eine Ausnahmemusikerin. Sie nahm früh ... <a title="Martin Weinerts Nachwind Ensemble" class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/martin-weinerts-nachwind-ensemble/" aria-label="Mehr zu Martin Weinerts Nachwind Ensemble" data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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<p>Mit Martin Weinert hat die Region einen herausragenden Jazzmusiker, der in diesem Jahr das fill in – International Jazz Festival Saar eröffnet. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2020 waren er und seine Frau Susan nicht ohneeinander denkbar. Fast symbiotisch spielten die beiden vierzig Jahre gemeinsam Musik.</p>



<p>Susan Weinert war eine Ausnahmemusikerin. Sie nahm früh Unterricht bei den Jazzmusikern David Liebman und Richie Beirach&nbsp;sowie den Gitarristen John Abercrombie und Mike Stern. Martin begann&nbsp;1976 damit, Bassgitarre in einer Rockband zu spielen. Anfang 1977 spielte ihm jemand ein Stück der Billy-Cobham-Platte „Total Eclipse“ vor, die alles veränderte: „Ich wusste sofort, dass ich zum Jazz würde konvertieren müssen, was ich auch tat. Über Billy Cobham entdeckte ich Miles Davis, John McLaughlin und sein Mahavishnu Orchestra sowie Weather Report. Das Album „Heavy Weather“ begeisterte mich völlig und das Spiel auf der Bassgitarre von Jaco Pastorius beeinflusste mich maßgeblich. Über seine Mitwirkung im Pat Metheny Trio stieß ich auf diesen wundervollen Musiker.“&nbsp;</p>



<p>Susan und Martin Weinert lernten sich 1981 über gemeinsame Freunde kennen. Weinert erinnert sich im Rückblick: „Wir spürten direkt, dass wir zusammengehören, als Liebespaar und künstlerisch. Unverzüglich begannen wir an einem Bandkonzept zu feilen.“ Im Jahr 1982 folgte der erste gemeinsamer Auftritt.</p>



<p>Drei Jahre später gründete das Paar die Susan Weinert Band, in der die Weinerts mit dem Schlagzeuger Hardy Fischötter spielten. Spielte das Trio in der Frühphase vor allem Fremdkompositionen, komponierte Susan Weinert ab 1990 auch eigene Stücke und bald spielte die Band nur noch die Stücke der Gitarristin. Das erste Album „Mysterious Stories“ wurde zum großen Erfolg. Jazzlegende Mike Mainieri meldete sich bei Weinert und wollte die Gitarristin unbedingt als Gastsolistin für seine damals Stil prägende Band „Steps Ahead“ zu verpflichten.</p>



<p>Im Jahr 1994 stieß Keyboarder Oliver Heuss zum Trio. In der Folgezeit wich der raue Jazzrock- und Fusionsound ruhigeren Klängen, was auch dem Klavierspiel von Jazzpianistin Rachel Z geschuldet war, die Ende der 1990er Jahre zur Band stieß. Die Weinerts probierten in den Folgejahren größere Bandbesetzungen aus, Bläser stießen zur Gruppe, Anfang der 2000er Jahre integrierten die beiden auch Gesang. Der Sound von Weinert war in dieser Zeit geprägt von der Vielseitigkeit ihres Lehrers Abercrombie, an den vieles erinnert, ohne dass Weinert ihn je kopiert hätte.</p>



<p>Als die beiden im Jahr 2004 das eigene Label Tough Tone Records gründeten, wandelte sich auch die Musik und wurde immer authentischer und unabhängiger. Mit dem Sänger&nbsp;Francesco Cottone spielen die Weinerts 2004 und 2006 zwei Alben ein, die stark vom Gesang geprägt sind, spätestens mit „Dancing in the Water“ wurde der Sound in ersten Liedern ruhiger.&nbsp;Das Schlagzeug schien als Rhythmusinstrument nicht mehr recht zu passen. Elektrische Gitarre und E-Bass wurden gegen Kontrabass und akustische Gitarre getauscht. Mit „Tomorrow’s Dream“ entstand 2007 ein Album, das einen neuen akustischen Sound ausgab, der in den Folgejahren das Wirken der Weinerts nachhaltig prägte. Sehr unterschiedlich sind die Stücke, doch immer harmonisch rund und warm, weich und mit einer klaren Akustikgitarre.</p>



<p>Mit der Gründung des Rainbow Trios scheinen die beiden Ausnahmemusiker eine Heimat gefunden zu haben und feierten mit Pianist Sebastian Voltz große Erfolge. Doch das Schicksal verändert das Leben des Paares nachhaltig. Susan Weinert erkrankte an Krebs.</p>



<p>Ihrer Musik konnte der Schicksalsschlag nichts anhaben. Immer stärker wurden in den Folgejahren ihre Stücke eine wunderbare Melange aus Jazz, Klassik und Weltmusik. Mit ihrem [Synergy Duo] war das Ehepaar Weinert als Duo unterwegs und pflegte einen wunderbar leichten, fast experimentellen und virtuosen Sound, der ganz von der musikalischen Zwiesprache der beiden geprägt war. Mit der norwegischen Sängerin Torun Eriksen bildete man das Fjord Trio, das wieder einen ganz anderen, Energie geladenen Klang versprühte und mit Saxophonist Andrzej Olejniczak spielten die beiden im Trio W.O.W. einen Jazz, der stark von Weltmusik geprägt war. Nichts schien den Weinerts in dieser Zeit zu misslingen, jedes Stück scheint sorgsam austariert zu sein, ganz zugeschnitten auf die Gitarre und dabei doch immer genug Platz lassend für die anderen Instrumente, die kongenial eingebunden sind.</p>



<p>Am 2. März 2020 erlag Susan Weinert ihrem Krebsleiden, mit dem sie ein ganzes Jahrzehnt gelebt hatte. Bis zuletzt spielte und komponierte sie. Die letzte gemeinsame CD „Der Baum vor meinem Fenster“ erschien posthum. Wer dort aber nun einen bitteren Abgesang auf das Leben erwartet, wird enttäuscht. Der Sound des Albums ist heiter bis melancholisch und feiert das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.</p>



<p>Man hätte durchaus verstanden, wenn Martin Weinert ohne seine Frau nie wieder hätte auf einer Bühne stehen wollen und vielleicht war das auch sein erster Impuls. Doch er führt das gemeinsame Lebenswerk fort. Seine Erklärung leuchtet sofort ein: „Mein Beweggrund, die gemeinsame Arbeit weiterzuführen und mit den Menschen zu teilen“, so Weinert, „ist einfach der, dass ich mich in diesem über die Jahre gewachsenen Klangkosmos zuhause fühle und mir die Klänge ein Wohlgefühl bereiten. Sie sind meine musikalische Heimat.“</p>



<p>Martin Weinert ist dem Martin Weinert Nachtwind Ensemble zurück und spielt späte Kompositionen seiner Frau, die teilweise nur in Fragmenten vorhanden waren. Und Weinert wagt ein Experiment, das hätte schief gehen können. Er lässt eine Leerstelle und ersetzt seine Ehefrau an der Gitarre nicht. Das wäre auch kaum möglich gewesen, denn Weltklassegitarristin vom Format Susan Weinerts gibt es kaum. Irgendwie hätte es sich auch wohl nicht nur für Martin komisch angefühlt.&nbsp;</p>



<p>Mit dabei ist noch vom Rainbow Trio Sebastian Voltz. Außerdem sind der Perkussionist Daniel Weber und die Violinistin Héloïse Lefebvre mit von der Partie. Sie übernimmt die Melodien der Gitarre, ersetzt diese aber nicht einfach, sondern nimmt den Klang von Weinert auf, interpretiert ihn aber eigenständig, sodass etwas ganz Eigenes und Neues entsteht. So wird es ein ganz besonderer Freitagabend werden.</p>
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		<title>Groovekrach vom Feinsten</title>
		<link>https://2024.fillin-festival.de/groovekrach-vom-feinsten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2024 15:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[fill in Festival]]></category>
		<category><![CDATA[fillin AVENUE]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Anfang ist es nur eine Idee gewesen. Lasst uns was Neues probieren – eine Auftaktveranstaltung mit der wir ins Festivaljahr starten. Niedrigschwellig muss es sein, kein intellektueller Jazz, sondern einer, mit dem alle sofort etwas anfangen können. Mit unserem Partner GIU kamen wir auf die Idee, ein Straßenfest im Quartier Eurobahnhof zu veranstalten. Vor ... <a title="Groovekrach vom Feinsten" class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/groovekrach-vom-feinsten/" aria-label="Mehr zu Groovekrach vom Feinsten" data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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<p>Am Anfang ist es nur eine Idee gewesen. Lasst uns was Neues probieren – eine Auftaktveranstaltung mit der wir ins Festivaljahr starten. Niedrigschwellig muss es sein, kein intellektueller Jazz, sondern einer, mit dem alle sofort etwas anfangen können. Mit unserem Partner GIU kamen wir auf die Idee, ein Straßenfest im Quartier Eurobahnhof zu veranstalten. Vor der ehemaligen Buswerkstatt sollte eine Festmeile entstehen, die zum Bummeln einlädt und einfach Lust auf das Festival macht. Wir wollten unsere Marke bekannt machen und unser Maskottchen, den Flamingo, in die Welt schicken. Irgendwann soll jeder in der Region wissen, wofür fill in und der Flamingo stehen.</p>



<p>Wie es sich für Träumer und Idealisten gehört, war wohl den meisten von uns nicht klar, wie viel Arbeit das wirklich werden würde. Wir sind ein kleines Team aus zehn Menschen, wovon auch noch zwei „nur“ ehrenamtlich tätig sind. Damit ein Festival zu stemmen, ist ohnehin schon ein Wunder, gleich mehrere Termine im Jahr zu absolvieren eigentlich unmöglich.&nbsp;</p>



<p>Meine große Angst, und ich glaube für das Team sprechen zu können, war aber die bange Frage: Kommt da überhaupt jemand? Wir sind im zweiten Festivaljahr, unsere Marke ist noch nicht etabliert und unter fill in AVENUE kann sich ohnehin niemand etwas vorstellen. Wir mussten also alles dafür tun, dass wir genügend Menschen erreichen und ihnen Lust auf das Festival machen. Da wurde dann auch schon mal mit viel Enthusiasmus der Rodenhof mit Flyern und Programmen geflutet.</p>



<p>Für die musikalische Auswahl war unser künstlerischer Leiter Oliver Strauch zuständig und er hat es tatsächlich geschafft, die passenden Bands zu finden. Mit der Bayou Brass Band hat er eine bunte Truppe engagiert, die in der Festivalstraße gute Laune verbreitet hat. Angelehnt an den klassischen New-Orleans-Jazz hat die Band eine bunte Mischung gespielt und wirklich Laune gemacht. Sie hat es geschafft, dem New-Orleans-Jazz eine moderne Note zu geben, die alles andere als angestaubt wirkte.</p>



<p>In der Straße herrschte den ganzen Nachmittag ein buntes Treiben. Marktstände boten Kunst, Spielzeug, Schallplatten 8und Kinderbeschäftigung an. Mit Zauberkünstler Maxim Maurice gab es einen weiteren „Walking Act“, der durch die Straße lief und Klein und Groß verzauberte.&nbsp;</p>



<p>Ein Publikumsmagnet war das Torwandschießen. Man konnte auf hängende Schlagzeugbecken schießen und Lose gewinnen, die dann am Abend an einer Tombola teilnahmen. Erster Preis: Zwei VIP-GOLD-Tickets für das am folgenden Tag stattfindende Spiel 1 FC Saarbrücken gegen den Halleschen FC. Viel Glück haben die Gewinner in der VIP-Loge dem Verein leider nicht gebracht, das Spiel ging 0:1 verloren. Das Projekt Regenbogen“ der saarländischen Krebsgesellschaft freut sich hoffentlich trotzdem, denn der Erlös geht an das Projekt.</p>



<p>Apropos FCS: Oliver Strauch ist Aufsichtsratsmitglied beim Verein und glühender FC-Anhänger. So ist es gelungen drei FCS-Profis für eine Signierstunde zu gewinnen.&nbsp;Sebastian Jacob, Patrick Schmidt und Richard Neudecker waren eine Stunde lang&nbsp;&nbsp;vor Ort, schrieben Autogramme, ließen sich mit Fans fotografieren und plauderten mit den Fans.</p>



<p>Am Abend dann startete das Konzert auf der Hauptbühne. Problembär waren gekommen. Die Jungs spielen eine wilde Mischung aus Rock, Ska, Funk, Punk und Jazz. „Groovekrach“ nenne die Problembären das und untertreiben. Groovig ist ihre Musik durchaus, von „Krach“ kann aber keine Rede sein. Die Musik macht Lust und Laune, immer wieder tauchen Elmente des Jazz auf, vor allem improvisierte Solos geben den Stücken eine einzigartige Note, sodass sich jedes Konzert anders anhört. Wie bei bestem Jazz erkennt man, was man da hört und erlebt jedes Stück trotzdem immer wieder neu.</p>



<p>Den Ausklang übernahmen die DJs Henk the Tank und Mad Money Morv. Im lauschigen Garten des Restaurants Qu4rtier heizten die beiden der tanzwilligen Besucherschar ein. Das war auch dringend nötig, denn es wurde kalt.</p>



<p>Was bleibt? Das Team von fill in, die Sponsoren und die Besucher:innen waren rundum glücklich mit der Veranstaltung. Zwischen 800 und 1000 Menschen kamen – das ist wirklich beachtlich. Alle lobten die Stimmung, die Musik und das Essen. Schon gibt es Überlegungen, das Angebot zu verstetigen – vielleicht etwas später im Mai und an einem Samstag.&nbsp;</p>
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		<title>Willkommen bei fill in!</title>
		<link>https://2024.fillin-festival.de/willkommen-bei-fill-in/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bülent Gündüz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jan 2024 15:49:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[fill in 2024]]></category>
		<category><![CDATA[Jazzblog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser erste Blogbeitrag ist ein sehr persönlicher. Ich werde hier in den nächsten Monaten das Festival umfangreich begleiten, einen Blick hinter die Kulissen wagen, das Team vorstellen, die Musiker:innen, die Veranstaltungsorte und vieles mehr. Natürlich werde ich auch vom Festival berichten und Rückblicke wagen. Mein Name ist Bülent Gündüz, ich bin Kunstkritiker und Kulturjournalist und ... <a title="Willkommen bei fill in!" class="read-more" href="https://2024.fillin-festival.de/willkommen-bei-fill-in/" aria-label="Mehr zu Willkommen bei fill in!" data-wpel-link="internal" target="_self">Weiterlesen ...</a></p>
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									<p></p>
<p>Dieser erste Blogbeitrag ist ein sehr persönlicher. Ich werde hier in den nächsten Monaten das Festival umfangreich begleiten, einen Blick hinter die Kulissen wagen, das Team vorstellen, die Musiker:innen, die Veranstaltungsorte und vieles mehr. Natürlich werde ich auch vom Festival berichten und Rückblicke wagen.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Mein Name ist Bülent Gündüz, ich bin Kunstkritiker und Kulturjournalist und wohl das, was man einen „Jazzverrückten“ nennt. Außerdem bin ich seit November 2023 Pressesprecher des fill in – International Jazz Festival Saar. Seit meiner Jugend höre ich Jazz. Der erste Song, den ich wirklich bewusst als Jazz wahrgenommen habe, war Dave Brubecks „Take five“. Ich weiß noch sehr genau, dass ich damals schon bei den ersten Takten des Schlagzeugs hin und weg war, dann kam Brubeck am Piano als Rhythmusinstrument hinzu und mit Einsetzen der Melodie des Saxofons war es um mich geschehen. Kein Wunder, denn nicht nur der 5/4-Takt ist ungewöhnlich, das Lied hat alles, was den Jazz ausmacht: es ist vital, vibrierend, wird durch die Improvisationen frei und lebendig. Die Musik nimmt sofort gefangen!</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Ich bin 1971 geboren und der Jazz war so anders als alles, was wir in den 1980er Jahren sonst hörten. Mich begeisterte diese intellektuelle Musik, die trotzdem nie steif und verkopft war. Meine Helden waren John Coltrane, Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Miles Davis, Chet Baker, Ron Carter, Lee Morgan – um nur einmal einige der Musiker zu nennen, die mich früh begeisterten. Nicht nur, dass ich die Platten sammelte, ich begann auch zu den großen Jazzfestivals zu reisen und das musste man auch, denn um die Atmosphäre eines Jazzfestivals zu genießen, waren weite Anreisen nötig. Wie glücklich war ich, als Anfang der 2000er Jahre im kleinen elsässischen Dörfchen La Petite-Pierre ein Jazzfestival etabliert wurde, zu dem man mit dem Auto in nicht einmal einer Stunde fahren konnte.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>In der Region hingegen war es ruhig. Zwar hatten St. Wendel, Saarbrücken und St. Ingbert Jazzfestivals mit qualitativ hochkarätiger Musik, dorthin verirrten sich die Weltstars des Jazz gerade in den Anfangsjahren aber nur selten und auch sonst wurde das Saarland von den großen Namen erfolgreich umschifft. Das Festival in Saarbrücken lief Ende der 2010er Jahre aus und St. Ingbert verkündete 2019 eine Pause, die bis heute andauert. Ich kannte natürlich den Jazz-Schlagzeuger Oliver Strauch und war mit ihm über facebook auch verbunden. Als ich hörte, dass er ein neues Festival plant, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich war mir sicher, dass Oliver das hinbekommen würde, wenn er die Finanzierung sichern können würde.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Was ich dann im Juli 2023 erlebt habe, hat mir das Gefühl aus meiner Anfangszeit als Jazzliebhaber zurückgebracht: das unglaubliche Glücksgefühl. Es war ein unvergleichlich tolles Erlebnis. Die Atmosphäre im Deutsch-Französischen Garten war perfekt. Es gab keine steife Sitzordnung, wer wollte, konnte einfach auf der Picknickwiese bei einem Glas Wein liegen und der Musik lauschen, die da geboten wurde. Schon am ersten Abend war mit Kenny Garrett einer der Höhepunkte des Programms dabei, aber auch der Flamenco-Pianist Dorantes war großartig. Ich hatte zwar schon von ihm gehört, aber live sah ich ihn im DFG zum ersten Mal.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Abends, auf der Terrasse des Jazz Clubs im Victor‘s Residenzhotel habe ich Oliver angesprochen und angeboten, dass ich helfen könne, wenn er Unterstützung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bräuchte. Nie hätte ich damit gerechnet, doch im Spätsommer meldete sich Oliver bei mir und fragte an, ob ich Lust habe zum Team zu stoßen. Und wie ich Lust hatte! Für mich geht mit der Mitarbeit beim Festival ein Traum in Erfüllung. Den Spaß, den ich dabei habe, möchte ich in den nächsten Monaten auf diesen Seiten mit Ihnen teilen.</p>
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